Führung
"... und ich bin auch Malerin!"
Führung mit der Künstlerin Maggy Mauritz
Margarethe „Maggy“ Mauritz wurde 1941 im sudetischen Böhmen geboren. Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen lebte sie ab 1946 zehn Jahre in einem Flüchtlingslager bei Stuttgart. Später erlernte sie unter anderem Stenografie, die später eine wichtige Rolle in ihrem künstlerischen Werk spielen sollte.
1962 kam sie als Au-pair nach London, wo sie durch Museumsbesuche – insbesondere den Rosetta-Stein im British Museum – entscheidende künstlerische Impulse erhielt. 1963 zog sie nach Paris und arbeitete als Sekretärin für den Verleger Robert Altmann. Dort begegnete sie dem Lettrismus und begann autodidaktisch eigene Werke zu schaffen. Obwohl sie wegen ihrer beruflichen Reisen nur eingeschränkt am Gruppenleben teilnehmen konnte, stellte sie ihre Arbeiten ab 1965 gemeinsam mit der lettristischen Bewegung aus.
Ihr Werk der Jahre 1963 bis 1974 umfasst Gemälde, Arbeiten auf Papier, Objekte und Druckgrafiken, die in bedeutenden Ausstellungen in Paris, Vaduz, Berlin, Hamburg und anderen Städten gezeigt wurden. Dennoch wurde ihr Name in zeitgenössischen Dokumenten häufig verschwiegen oder ausgelassen – selbst bei Ausstellungen und Projekten, an denen sie maßgeblich beteiligt war. Auch nach ihrer Heirat mit Roberto Altmann im Jahr 1970 blieb ihre künstlerische Leistung weitgehend im Schatten ihres Mannes.
Ihr Lebensweg steht zugleich exemplarisch für die lange Unsichtbarkeit vieler Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und deren späte Anerkennung.
