Führung
Stefan Kainbacher "Trialogue / Biotope"
Dienstag, 15. September 2026
Kunstraum Engländerbau und Galerie am Lindenplatz
Führung mit Stefan Kainbacher und Manfred Näscher und Performance von Stefan Kainbacher
BIOTOPE – Interspecial A/V ist ein lebendiges audiovisuelles Ökosystem – ein performativer Dialog zwischen Pflanzen, modularen Synthesizern und generativen Bildsystemen. Die Arbeit übersetzt verborgene elektrische und akustische Signale von Pflanzen in sich kontinuierlich entwickelnde Klang- und Lichtlandschaften und macht Kommunikationsprozesse erfahrbar, die der menschlichen Wahrnehmung normalerweise verborgen bleiben.
Biosensoren erfassen die physiologische Aktivität der Pflanzen – Mikrospannungen und Veränderungen des elektrischen Widerstands – und speisen diese Daten in ein modulares Synthese- und visuelles Feedbacksystem ein. Die Signale beeinflussen Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und generative Bildprozesse und verwandeln pflanzliche Aktivität in eine dynamische audiovisuelle Sprache.
Innerhalb dieses Ökosystems übernimmt der menschliche Performer die Rolle eines Vermittlers und Kurators der Übersetzung. Er begleitet, moduliert und interpretiert die pflanzlichen Signale in Echtzeit. Gesten, klangliche Eingriffe und Modulationen formen den Dialog, wobei die von den Pflanzen erzeugten Daten nicht als Messwerte, sondern als expressives Material eines fortlaufenden Austauschs verstanden werden. Die Performance wird zu einer Form der Ko-Komposition – einer Improvisation zwischen organischen und elektronischen Lebensformen, in der Zuhören und Reaktion wichtiger werden als Kontrolle.
BIOTOPE – Interspecial A/V erweitert das Forschungsprojekt TRIALOGUE, das sich mit Mehr-als-menschlicher Kommunikation, verteilter Kognition und ökologischen Medienästhetiken beschäftigt. Während TRIALOGUE die triadische Beziehung zwischen Mensch, Pflanze und künstlicher Intelligenz untersucht, konzentriert sich BIOTOPE auf eine intimere Konstellation: die geteilte Handlungsmacht von Pflanze, Maschine und menschlicher Wahrnehmung. Das Ergebnis ist eine fragile Choreografie zwischen den Arten – eine lebendige Komposition, die zwischen biologischer Sensibilität, technologischer Übersetzung und ästhetischer Intuition oszilliert.
Quelle Bild: www.kunstraum.li
