Führung

Steven Parrino. Nihilism Is Love

Donnerstag, 12.03.2020
Beginn: 18:00 Uhr
Ende: 19:00 Uhr
mit Rolf Ricke, ehemaliger Galerist von Steven Parrino

Steven Parrino (1958–2005) war einer der einflussreichsten Künstler der Kunstszene in New York seit den späten 1980er-Jahren.

In seinem vorwiegend malerischen OEuvre entwickelte er eine einzigartige visuelle Sprache. Sie speist sich einerseits aus verschiedenen subkulturellen Strömungen, enthält andererseits aber deutliche Bezugnahmen auf die Geschichte der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus. Parrinos Schaffen ist geprägt von einem unbedingten Freiheitswillen, der sich aus der US-amerikanischen Biker-Kultur herleitet sowie durch den Existentialismus von Punk-Rock beeinflusst wird.

Zugleich widerspricht Parrino dem «Anything goes» postmoderner Trends der Achtzigerjahre. Authentizität und Formwille verbinden sich in seinem künstlerischen Ansatz zu einer innovativen Kraft von herausragender Qualität, die sich auch in seinen installativen, musikalischen, filmischen und textlichen Aktivitäten zeigt. Anleihen bei Underground-Comics und der «Kustom Kulture» der Motorrad-Welt mit ihrer spezifischen Symbolsprache bestimmen vorwiegend sein zeichnerisches Werk der frühen Jahre. Parallel entwickelt sich eine monochrome Malerei in der Tradition des «Radical Painting».

Rolf Ricke ist einer der Pioniere, die ab Mitte der 1960er-Jahre die amerikanische Nachkriegskunst in Europa bekannt gemacht haben. Zunächst betrieb er eine Galerie in Kassel, bevor er 1968 die Galerie Rolf Ricke in Köln eröffnete, die eine herausragende Adresse für zeitgenössische Kunst darstellte. Alle drei Wochen fanden neue Ausstellungen statt, vielfach mit jungen amerikanischen KünstlerInnen, die man heute der Minimal Art, der Post-Minimal Art und der Process Art zurechnet. Ricke begleitete die KünstlerInnen über ihre gesamten Karrieren und organisierte die Produktionen der Arbeiten vor Ort. Diese Art einer Produzentengalerie war damals neu. Mit Steven Parrino stand er in engem Kontakt, realisierte mit ihm ab Ende der 1980er-Jahre mehrfach Ausstellungen und war massgeblich mitverantwortlich an dessen Präsenz im deutschsprachigen Raum.


Quelle Bild: www.kunstmuseum.li

 

 

 

 

  

Steven Parrino. Nihilism Is Love